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Aktuell


«Endstation Sehnsucht»
Drama von Tennessee Williams

Theater St.Gallen | Grosses Haus

Am vergangenen Freitag (7.Juni 2019) hatten wir Premiere im Grossen Haus! Ein langanhaltender Applaus hat unsere riesige Arbeit belohnt. In dieser Spielzeit ist das Stück noch zweimal zu sehen (12. und 14. Juni 2019) – in der kommenden ab November 2019 wieder im Programm. Die Vorstellungsdaten und weitere Infos gibt’s auf der Seite des Theater St.Gallen.

© Fotos drama-berlin.de / Iko Freese

Presse

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Column: 1

Das Ostschweizer Kulturmagazin Saiten (Daniel Fuchs) meint: […] Nahaufnahmen, Seitenaufnahmen, Innenszenen – der Blick des Zuschauers wird multiperspektivisch aufgebrochen. Und doch bleibt am Ende das Ganze kompakt und absolut stimmig, schwebend zwischen Film und Theater.
Live gespielt und leitmotivisch gesetzt, unterlegt Andi Peter das Drama mit feinen Tönen: kleine Riffs, bluesige Motive, immer in der richtigen Dosierung. Was die Musik leistet, steht sinnbildlich für die gesamte Inszenierung von Jonas Knecht: Aus wenig wird viel! Und am Ende des Dramas den «Jungen Mann» im Kittel des Psychiaters auftreten zu lassen, ist ein genialer Einfall.
Gute zwei Stunden Verzauberung sind in dieser Endstation Sehnsucht garantiert.

Column: 2

Rolf App meint in der Ostschweiz am Sonntag: […] Clemens Walters Videokonzept und Jonas Knechts Insze­nierung verbinden sich auf eindrucksvolle Weise zu einem Ganzen. Sie finden auf Michael Köpkes Bühne ein ideales Tummelfeld. Der enge Wohnwagen und ein paar Plastikstühle draussen genügen, um das menschliche Drama in Szene zu setzen. Andi Peter unterlegt mit Bassgitarre, Klavier und Stimme einen Klangteppich, der viel beiträgt zur eindringlichen Wirkung des Abends. […]

Und im St.Galler Tagblatt steht: […] Mit «Endstation Sehnsucht» von Tennessee Williams gelingt Jonas Knecht am Theater St. Gallen ein eindringlicher Wurf. Nicht zuletzt dank Anja Tobler in der Rolle der Blanche DuBois, deren Spiel frösteln lässt. […] Während Blanche auf die Narben in ihrem Innern Schutzschicht um Schutzschicht an erfundenen Geschichten legt wie Schminke auf ihr alterndes Gesicht, demontiert er sie Stück um Stück. Die Leere in ihrem Herzen, sie ist unerträglich. Nicht nur für Blanche selber. Auch für uns. Das aber ist Anja Toblers Verdienst. Ihr von den Kameras unbarmherzig herangezoomtes Gesicht spricht Bände. Da steht eine Schauspielerin auf der Bühne, die restlos verschmilzt mit ihrer Figur. Die mit ihr unter Stanleys verbalen Hammerschlägen ihre Würde verliert und zugrunde geht an der Wahrheit. Einmal, gegen Ende hin, verkriecht Blanche sich unter einen Tisch, verfolgt von den Kameras. Es ist eine Schlüsselszene dieser eindrucksvollen Inszenierung.

Column: 3

Für nachtkritik war Valeria Heintges bei uns: […] Die Liveübertragung gibt den Schauspielern, allen voraus Anja Tobler als Blanche, die Gelegenheit, genauer und feiner zu spielen. Beeindruckend, wie Tobler ihre Blanche zwischen Hoffnung und Verzweiflung oszillieren lässt, wie sie sich am eigenen Verführungsspiel berauscht, das sie ausnahmslos allen Männern angedeihen lässt, die ihr begegnen. Am flirrendsten und erotischsten in der Begegnung mit dem Zeitungskurier (Tobias Graupner), der sie an ihren Ehemann erinnert, der sich erschoss, als sie seine Homosexualität entdeckte, und dessen Tod Blanche nie überwunden hat. Wie Tobler hier die Contenance der Lady wahrt und doch den Kurier immer wieder zurückruft, um ihn erneut zu becircen, das hat große Klasse. […]

Der Südkurier meldet: […] Bewegend: „Endstation Sehnsucht“ in St. Gallen: Bei Tennesee Williams‘ Klassiker denkt man vor allem an die Verfilmung mit Marlon Brando. Doch die St. Galler Inszenierung verhilft der deutlich vielgestaltigeren Figur der Blanche wieder ins Rampenlicht. […]

Trailer

 


«In der Ostschweiz wohnt die Theater-Avantgarde»
NZZ-Artikel

Daniele Muscionico bespricht in der NZZ vom 15.04.2019 unsere beiden vergangenen Premieren “sterben helfen” und “Der Kirschgarten” und zieht eine schöne Bilanz von unserem Schaffen am Theater St.Gallen.

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Column: 1

[…] Schon wieder glückt dem Theater St. Gallen ein Meisterstreich. Unter der Schauspieldirektion von Jonas Knecht hat man sich die Rechte der Schweizer Erstaufführung für eines der brisanten deutschsprachigen Gegenwartsstücke gesichert: Regisseur Manuel Bürgin inszeniert «Sterben helfen» des jungen Dramaturgen am Schauspiel Frankfurt, Konstantin Küspert. […]

[…] Mit «Sterben helfen» festigt das Schauspiel in St. Gallen seinen Ruf als Ur- und Erstaufführungstheater zeitgenössischer Stoffe von erheblichem Brennwert und gesellschaftspolitischer Brisanz. «Der Mann, der die Welt ass» verhandelte das Phänomen des Burnout; das Psychiatrie-Stück «Versetzung» wiederum, inszeniert von Jonas Knecht selbst und gleichfalls eine Schweizer Erstaufführung, hielt den Scheinwerfer auf die Krankheit bipolare Störung.
St. Gallen gelingt die Öffnung für andere Publikumsschichten und mit niederschwelligem Angebot die gesellschaftliche Debatte. Publikum und Fachleute treffen sich regelmässig zu Nachgesprächen, und immer wieder zeigt der Faktencheck: Die Gnadenlosigkeit und die Genauigkeit, mit der die Autoren ihre Anliegen auf der Bühne beschreiben, findet über Theaterkreise hinaus Anerkennung. […]

Column: 2

[…] In St. Gallen werden Wagnisse unternommen. Man setzt auf neue Stücke und zeitgenössische Handschriften, und das ist in mehrfacher Hinsicht Pflicht. Die Ausstrahlung des Hauses nämlich wird dominiert von den Musicals, mit welchen man erfolgreich auf die Publikumsbedürfnisse nach Unterhaltung reagiert. Als Musical-Haus hat man einen Ruf über die Landesgrenzen. Doch die Nischen zu bespielen und sowohl Inhalt und Tiefe als auch politische Relevanz anzustreben, steht einem Mehrspartenhaus gut an. Wenn es denn nicht sogar sein Bildungsauftrag wäre. Diese Funktion erfüllt das Schauspiel unter Jonas Knecht. […]

Hier geht’s zum ganzen Artikel.

 


«Dornrösli bockt»
Kinderstück von Anja Horst nach den Brüdern Grimm [5+]

Theater St.Gallen | Studiobühne | Schweizer Erstaufführung

Die Premiere unserer Kinderproduktion war am 23.Januar 2019 in der Studiobühne des Theater St. Gallen. Spieltermine, weitere Infos und Karten gibt’s auf der Seite des Theaters St.Gallen; also hier. Die Produktion wird auch in der kommenden Spielzeit (2019/2020) wieder zu sehen sein.

Presse

Bettina Kugler meint im St.Galler Tagblatt vom 24.1.2019:
[…] Überhaupt ist es so schlau wie gewitzt und temporeich, dazu eine Hommage an das Theater und seine kleinen Tricks, wenn es mit wenig Aufwand Wirkung erzielen und das Publikum fesseln will.
Erfreulich auch, dass die vergleichsweise kleine, wenig prestigeträchtige Studioproduktion für einmal Chefsache ist: Schauspieldirektor Jonas Knecht hat die Regie übernommen und dabei sicher kein einziges Mal gegähnt. Wie sagt der kusshungrige Frosch so schön, als er sich kurz vor Schluss noch einmal ins falsche Märchen verirrt? «Den Versuch war’s wert!» Zweifellos, und mehr als das. […]

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«Versetzung»
von Thomas Melle

Theater St.Gallen | Lokremise | Schweizer Erstaufführung

Am 13.September 2018 feierte die Schweizer Erstaufführung dieses Stücks Premiere am Theater St.Gallen in der Lokremise. Nach vielen vollen Vorstellungen pausiert das Stück; ist jedoch ab dem 23. Januar 2020 wieder im Spielplan des Theaters St.Gallen zu finden. Und spielt davor am 14. und 17. Januar 2020 am Theater Winterthur. 

Presse

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Column: 1

Harald Müller meint im Theater der Zeit – Heft 11/2018:
(den ganzen Artikel gibt’s hier als PDF)

[…] Der Vorzug dieser Arbeit, auch gegenüber der Uraufführungsinszenierung vor Monaten am Deutschen Theater Berlin, ist, dass sich Jonas Knecht und seine Dramaturgin Julie Paucker entschlossen haben, die Vorlage wegzurücken von emotionaler Geiselnahme und Stimmungsachterbahnen; stattdessen setzen sie einen analytischeren Ansatz durch, drängen episierende Elemente zurück, kappen überlange Monologe, um zu einem kompakten Textgefüge zu gelangen. So gibt es denn auch weniger Theater-Theater zu sehen, die naheliegenden Auf- und Ausbrüche der Hauptfigur, die zwischen Manie und Depression, Überanpassung und Individualitätstrotz pendelt, werden zurückgenommen und in ein durchaus beeindruckend zu nennendes Ensemblespiel überführt, das ein eindrückliches Beziehungs- und Bedingungsgeflecht entwirft und auch schauspielerisch überzeugt. Nicht die Krankheit des Einzelnen wird so zur Metapher des Abends, sondern die der Umwelt, der Gesellschaft. […] Langanhaltender Beifall für einen ziemlich starken Theaterabend, der der Falle des Didaktischen entkommt.

Column: 2

Daniele Muscionico in der NZZ vom 23.11.2018 schreibt:
[…] Jonas Knechts Inszenierung ist fokussierter als die Vorlage, sie erreicht unsere Lebensrealität und spielt mit der Erfahrung der Zuschauer; und dennoch ist sie voller Bilder von kunstvoll poetischer Kraft und hochmusikalisch, auch in ihrer Sprachbehandlung. […]

Das Ostschweizer Kulturmagazin Saiten (Frédéric Zwicker) beschreibt so: 
[…] Das Geniale daran ist, wie es Melle und Schauspieldirektor Jonas Knecht, der für die Inszenierung verantwortlich ist, gelingt, begreifbar zu machen, dass der Kranke sich in seiner Manie als den Gesunden sieht. Ihm scheinen alle anderen den Verstand zu verlieren. Die Kombination von sprachlichen und schauspielerischen Mitteln, die zu diesem Zweck eingesetzt werden, ist äusserst gelungen. […]

Column: 3

Das St.Galler Tagblatt (Hansruedi Kugler) meint zu unserer Inszenierung:
[…] Die anderen werden, im Moment, wie sie ihn fallen lassen, zu mechanischen Puppen ihres Wankelmuts, ihrer Boshaftigkeit, ihrem Karrierestreben. In diesen Szenen scheint das choreografische Talent von Regisseur Jonas Knecht besonders auf. […]
Denn hier wird kein rührseliges Sozialdrama geboten, sondern eine phasenweise etwas gar nach Psychiatrielehrbuch riechende, aber packende Studie eines Verfalls. Man weiss danach etliches mehr über Manisch-Depressive und hat einen fabelhaften Fabian Müller gesehen. Die Verantwortung im Umgang mit psychisch Kranken tritt in Jonas Knechts Inszenierung ins Zentrum – mit einem tollen Ensemble. […]

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«Lugano Paradiso oder so schön wie dieses Jahr hat der Flieder lange nicht geblüht»
von Andreas Sauter

Theater St.Gallen | Lokremise | Uraufführung

Die Premiere war am Donnerstag, 22. März 2018 am Theater St. Gallen in der Lokremise.
Mehr zu diesem Projekt gibt’s unter Theaterarbeiten. Das Stück ist leider abgespielt.

Presse

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Column: 1

Daniele Muscionico meinte in der NZZ vom 29.03.2018:
[…] Wenn Kunst eine Wahrheit hat, ist sie zumutbar. Die Wahrheit der Politik ist es schliesslich auch. Man kann, was unter Jonas Knecht am Theater St. Gallen geschieht, auch Menschenliebe nennen. Denn man soll guten Willens davon ausgehen: Knecht glaubt an die aufklärerische Funktion von Theater und die Lernbereitschaft seines Publikums.
Man kann aber auch anders – und hier einem Theater vorhalten, dass es sich mit dem Ausmisten eines schweizerischen Augiasstalls so viel an Stoff vornimmt, wie in einem Studiensemester kaum zu bewältigen wäre. Zudem, auch Knecht arbeitet verdeckt, an einer St. Galler Dramaturgie nämlich. Das darf er nicht – er muss. Andreas Sauters Uraufführung schreibt die Reihe Gegenwartsstoffe weiter, die in St. Gallen in Auftrag gegeben werden und den Kanon eines jungen politischen Schweizer Theaterschaffens etablieren. Wer von einer Bühne Relevanz will, schafft sich wie hier einen Hallraum, in dem ein Publikum vielleicht nicht immer alles, aber immer mehr von seiner Zeit versteht. […]

Column: 2

Harald Müller im Theater der Zeit (Heft Mai 2018) schrieb:
[…] Es gibt sie noch, die Versuche, allen Ich-Beteuerungen zum Trotz größere (Macht-) Dimensionen auf dem Theater zu etablieren, Konflikte statt Problemchen zu benennen und diese als wirkungsvolle Vorgaben für relevantes Theater zu entdecken. Dieser Tage zu besichtigen in St. Gallen, der Hauptstadt der Ostschweiz, in dessen Theater der junge Schauspieldirektor Jonas Knecht seit 2016 ein avanciertes Gegenwartstheater anbietet, welches jenseits von Alarmismus und Aufgesetztheit den grundsätzlichen Konfliktfeldern in der Schweiz und der Welt nachspürt – mit Wirkungen in der Stadtgesellschaft, namentlich der jungen Generation, und Erfolg. Gerade wurde Knechts Vertrag um weitere drei Jahre verlängert. […]